Pressetext LANG

Der TRAUMA VERLAG WIEN präsentiert am 5. April 2010 die Edition Schema 1 im DasWERK, 16., Neulerchenfelder Straße 6-8, um 19:00 Uhr

Mit Titeln von

Margit Hinke, Peter Moosgaard, Julian Palacz, Martin Kunkel & Marianne Vlaschits

Es lesen

Gudrun Geier, Zürich. Stefan Nowak, Wien. Lennart Wolff & Andreas Schwarz, Berlin. Peter Moosgaard, Wien.

Synth-Performance von Clemens Hausch, Benedikt Guschlbauer & Gerald Krist (moozak .org)

http://traumawien .at/presse

Editiert von Luc Gross

TRAUMA nimmt das Internet in seiner ganzen Zeichenhaftigkeit als Literatur wahr und sucht so nach neuen Formen der Narration, lässt diese über den Kontext des Buches konkret werden. Trauma betrachtet das Paradoxon, digitale Ästhetik in Buchform zu brechen, als Poetisierung neuer medientechnischer Erzählstrukturen.

Der Übertrag auf das alte Medium Buch, welches ganz entgegen aller Verdrängungsszenarien nichts an Relevanz einbüsste, hilft nicht nur den Blick auf technische Innovationen zu schärfen, sondern destilliert eminente Fragestellungen des virtuellen Raumes in einer sonst nicht möglichen Gewichtigkeit.

Um einer neuen Generation von Rezipienten und Produzenten gerecht zu werden, erscheinen in einer ersten Phase ab 5. April 2010 ausgewählte Hardcopy Ausgaben in einem Zeitfenster von 3 Monaten, begleitende Experimentationen in wesentlich kürzeren Abständen online.

Die Publikationen sind als Schemata zu verstehen, in welchen der Autor bereits marginalisiert und im Prinzip austauschbar bleiben sollte. In fortlaufenden Schemen werden Algorithmiken und Narrationsprozesse entworfen und können in Zukunft vom Autor – im Umgang mit einer konstellativen Wirklichkeit – nahezu unabhängig ausgeführt werden.

Edition Trauma Schema 1

1.1 END TELL von Julian Palacz

Palacz installierte auf seinem Privatrechner von Juni 2008 bis Februar 2010 einen sogenannten Software-Keylogger, welcher sämtliche Tastaturbewegungen während dieses Zeitfensters ausnahmslos registrierte. Der Systemoutput des Keyloggers über diese Zeitdauer ist END TELL. END TELL ist eine empirische Erfassung der ersten Stufe der Schnittstelle Mensch-Computer, ist der „Neuroprint“ der Paarbeziehung zwischen Computer und Mensch.

1.2 Shocking Blue Demon Lover von Margit Hinke

Visual One-Liner Micropoesie with a foreword by John Perry Barlow http://en.wikipedia.org/wiki/John_Perry_Barlow

is a real-time, web-written, literary, visual, dada mashup micro prose project. A belingual fictional digital fluxus poetry love story, role-played by the photographer, writer, filmer and journalist Margit Hinke (aka @nobabe).

It includes her live-streamed, real-time iPhone short films, mobile photographs, music and is the analog short version and summary of her 24/7 literary Twitter http://twitter.com/nobabe and Facebook http://www.facebook.com/nobabe interactiv feeds between 2009 and 2010.

Hinke's digital Cut-Off poetry project was published in real-time via location based social networks like Brightkite and Qik and web_seeded via Twitter, FriendFeed and Facebook. This is where Margit met JP Barlow, the american poet, essayist and cyberlibertarian who has been following Hinke's digital poetry live feed for the past year. (Barlow's writings include "A Declaration of the Independence of Cyberspace", lyrics for the Grateful Dead, he also co-founded the Electronic Frontier Foundation (EFF). )

1.3 Das sinnliche Telefon von Martin Kunkel & Marianne Vlaschits

Martin Kunkel und Marianne Vlaschits lernten sich 2004 in einem Callcenter in Berlin während ihrer Tätigkeit als Verfasser erotischer Kurznachrichten kennen. Mittlerweile ganz der bildenden Kunst zugewandt, durchleben die beiden in diesem Buch noch einmal ihren literarischen Diskurs mit den einsamen Herzen Deutschlands, der auch Ursprung ihrer tiefen Freundschaft ist.

1.4 Turbogott von Peter Moosgaard

"Moosgaard ist es gelungen die Cut-Up Technik und die Fold-In Techniken, die bisher auf die Maschinen reduziert waren, die zu einem Ensemble an Printerzeugnissen geführt haben, in das Zeitalter der Algorithmen und deren aktuellste Verkörperung, das weltweite Netz, zu transferieren." (Peter Weibel, 19.03.2010)

Veranstaltungsort: DasWERK, 16., Neulerchenfelder Straße 6-8, Beginn 19:00 Uhr

Bücherbeschreibungen, Leseproben und Bildmaterial: http://traumawien.at/presse/

Ein Pressegespräch mit der dem Verlag und der Autorenguppe findet am 5. April 2010 - 18:00 Uhr am gleichen Veranstaltungsort statt.

Rückfragehinweis: Luc Gross, +43 650 300 96 17, [email protected]